Übersicht & Hintergrund

Lassen Sie sich keinen Blödsinn erzählen… und folgen sie einfach nur „dem Weg des Geldes“. Denn was einmal weg ist, bleibt weg, – oder ist nur unter größten Mühen wieder zu holen. Das gilt im besonderen, für öffentliche Gebäude, Grundstücke und/oder Einrichtungen.

Auch wenn man das Ihnen nicht erzählt, der „Harzburg Hof“ ist vom Grundsatz her ja ein öffentliches Gebäude gewesen, da es einst als Actiengesellschaft von Harzburger Bürgern errichtet wurde. Grund und Boden gehören uns. Ähnlich verhält es sich mit unserem Kaiser-Bahnhof und auch Teils recht profanen Treppenzugängen an Straßen, die einfach durch Umwidmung, aus dem öffentlichen Interesse verschwinden. Der öffentliche Raum wurde in den vergangenen Jahren merklich kleiner.

Denken sie doch an unser schönes kleines Krankenhaus der Vollversorgung. Auch weg. Schwesternwohnheim. Auch weg. Kurzentrum – für weit über 10 Mio. renoviert – dann für 2,7 Mio. weg. Schule für Holztechnik, Realschule, Kochschule, Wohnheim vom Burgy, etc. etc. etc. Alles weg. Da waren wir aber noch nicht einmal in der Innenstadt angekommen.

Denn das ehrwürdige „Bellevedere“ Seniorenheim, samt angegliedertem betreuten Wohnen, wurde „sehenden Auges“ in den Ruin gefahren. Den Spielbanken Niedersachsen in Bad Harzburg, wurde von den Michels-Kliniken, nicht der Vertrag verlängert. Unser Kurhaus im Kurpark, abgerissen. Aber nicht den häßlichen Anbau, sondern erst das (nennen wir es einfach mal) hübsche Kurhaus, – dann auf „Ansage“ hin – der Anbau.

Wie „lächerlich“ ist es wohl: sich Soleheilbad in den Namen der Stadt zu schreiben, ohne Kurhaus und ohne Kurkonzerte (wie auch immer die gestaltet werden)?! Auf 2 der 3 schönsten Grundstücke Harzburgs, stehen diese (nicht schön anzusehenden) viereckigen Klötze, die man Michels Klinik nennt. Diese Grundstücke hätten geschützt werden müssen!

Das 3. Grundstück, an der Burgstraße, ist bislang allen Bemühungen, uns zur „häßlichsten Kurstadt Norddeutschlands“ zu machen, entgangen. Wie lang aber noch? Haus Kelzow, an der Burgstraße, sollte auch noch erwähnt werden. Vorher – nachher, tut einem echt weh.

Also nochmals: „cui bono?“ (wem nutzt es?)

Wenn der Stadtrat weniger damit beschäftigt wäre, sich gegenseitig unter dem Tisch vor die Schienenbeine zu treten; und sich endlich Ihrer Aufgabe als „Wagenlenker“ bewußt wäre, hätte vieles verhindert werden können. Nicht alles, aber einiges.

 

 

Wiener Hof, Bode's Hotel und Burgberg

Der „Wiener Hof“, in der Herzog-Wilhelm-Straße, Konkurs. Dann abgerissen und ein weiteres gesichtsloses Gebäude errichtet. Da aber besagter Bauherr von Hotellerie ungefähr null Ahnung hat, ist die für uns hier wichtigere Gastronomie dort weg. Bode's Hotel, an der Amtsbergstraße, weg – dann selbiger Bauherr und baute, auf demselben Grundstück dieses kleinen Hotels, eine brobdingnagische Monstrosität spät-viktorianischer Fantasien. Damit hat er die dahinter liegenden Kaiservillen, (rein optisch) gleich mit in die Bedeutungslosigkeit gedrückt, denn Aussicht hat man von dort aus keine mehr. Sonne aber auch nicht. Schrecklich.

Weiter geht es auf den Burgberg, dessen Restaurantbesitzer sich dort oben, zig Jahre, erfolgreich gegen alle Übernahmeangebote verwehrte. Als dieser starb und das kleine Restaurant frei wurde, kam auch besagter Bauherr zum Einsatz und durfte das, wovon der alte Mann immer träumte: ein Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wie gesagt, träumte. Denn die Stadt Bad Harzburg hat eigentlich nichts ausgelassen, um dem alten Mann das Leben so schwer wie möglich zu gestalten. Gesperrte Zugänge, damit keine Waren dort hoch kamen… und… und… und. Man muß nur einen anderen Namen haben und schon klappt's auch mit den Nachbarn. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

 

Krodo-Bad

Kommen wir nun, ohne Umwege, zum „Krodo-Bad“. Einst, mehrfach ausgezeichnet, als schönstes Naturwasser-Schwimmbad. Die gute Frau Lindemann, als verdiente Harzburgerin, wollte wirklich alles tun, um UNS dieses Schwimmbad zu erhalten. Wer weiß schon wieviel Geld besagte Frau Lindemann, aus eigenen Mitteln, wirklich dort hinein gesteckt hat – aber es waren sicher zig-tausende Euro. Auf alten Bildern kann man heute noch sehen, was das für ein „Klopper“ war. Mit futuristisch wirkendem Zehner Sprungturm und Becken mit Olympia-Maßen. Wunderschöne Umkleiden und Restaurants.

Alles runter gewirtschaftet, weil wir ja die (später gebaute) Sole-Therme haben. Als dann die Heizungskosten und Defekte den Betrieb überstiegen und man die Stadt gefragt hat, ob man nicht an die Heizungsanlage der Sole-Therme angeschlossen werden könne, war der Untergang perfekt. Herr Reinecke, von den Stadtwerken, war dann auf GZ-Fotos, als der Überbringer der schlechten Nachrichten zu sehen.

Wie man dann aber auf das schmale Brett kommt, dort hin UNBEZAHLT Camper zu stellen, müßte die Gründungsväter unseres Ortes heute noch umtreiben. Generationen über Generationen Harzburger haben dort schwimmen gelernt und einige ältere weinten bei dem Anblick des Baggers. Schrecklich wie hier mit UNSEREM Kulturgut umgegangen wird, wenn man sich nicht mehr wehren kann und andere das ausnutzen.

 

Harzburger Hof

Aber weiter. Nicht schwächeln. Kommen wir wieder zum „Harzburg Hof“. Hatten wir ja schon. Nach der Ära der Kuren, die unter der Regierung Kohl Anfang der 90'er eingestellt wurden, stagnierte natürlich auch der Kurtourismus und das Wahrzeichen Bad Harzburgs mußte geschlossen werden. Jahrzehntelang wurde leider auch nicht in das Hotel investiert. Was einen nostalgischen Charme ausstrahlte, war nicht mehr konkurrenzfähig. Wieso man dann den Betrieb einer Öko-Landwirtin überließ, bleibt auf ewig ein Geheimnis der Stadt. Das das aber nicht gut ausgehen konnte, war schon zu Beginn jedem klar. Dauerte ja auch nicht lange.

Jahre später tauchte dann, wie aus dem Nichts, ein Bremer Investor auf, der aber „nur Luft im Sack“ hatte, anstatt Geld. Er lebte, als Investitionssauger, von leichtgläubigen Kommunen. Den ernstgemeinten Umbau und Betrieb hatte DER garantiert nicht im Sinn. Sei's drum, er hatte wenigstens eine gute Brandschutzversicherung. Klappte aber auch nicht, denn Hotel abgebrannt, Versicherung zahlt nicht. Herr Abrahms hat dem Treiben damals eine unmißverständliche Absage erteilt.

Auch dass dieses Gebäude NUR, unter Auflage der historischen Wahrung, neu errichtet werden dürfe – aber Schade – auch das klappt nicht. Denn 2018 wurde bereits eine Baugenehmigung erteilt, die sich aber an nichts – was für uns gut wäre – halten muß.

Man könnte jetzt von öffentlicher Täuschung reden, denn das Hotel wird später – letzten bekannten Aussagen zufolge – von B&B Hotels betrieben. Die haben aber keine 5 Sterne-Hotels und noch schlimmer wird es, wenn man bedenkt das der obere Stock nach 5 Jahren Betrieb aus der Bindung fällt und in Apartmentwohnungen gewandelt werden soll. Von der weiteren Auflage, einen Saalbetrieb mit mindestens 800 Gästen zu ermöglichen, konnte man Dank des Bauausschusses auf 500 reduzieren, da der Sicherheitsaufwand sonst zu teuer wäre.

 

Kommunale Steuern & Abgaben

Wer jetzt noch nicht angestachelt genug ist, um in die Tischplatte vor sich zu beißen, dem sei gesagt: Schauen Sie mal auf Ihre Nebenkostenabrechnung genau drauf.

Die Neuordnung der Grundsteuer (wird nicht) teurer als zuvor. Das war das Versprechen ALLER: CDU, Grüne, FDP, SPD. Und Sie hatten recht!

Leider wird das Steueraufkommen hierfür aber vom Hebesatz der Kommune bestimmt. Da wir aber einen höheren Hebesatz haben, wie Düsseldorf, konnte unter Zuhilfenahme unseres Stadtrates, die Grundsteuer verdreifacht werden.

Ach ja, die der Straßenreinigung auch. Denn nun wird das Quadratmaßstab angelegt und für Anwohner von Privatstraßen gleich mit, denn dort gilt der Quadratmaßstab im Verhältnis zur nächst gelegenen öffentlichen Straße. Eigentlich eine perfide, oder?

Behalten sie das mal im Hinterkopf, wenn sie an den Umsatzverlust, der Stadt, durch die von Michels nicht verlängerten Verträge mit der Spielbank und im weiteren der Spielhallen denken (rechnen sie einfach mal pro Kasten, grob 1000 €/Monat). Irgendwer muß das ja bezahlen. Ja, Sie!!! Da ist sich der Stadtrat durch sein offensichtliches Handeln wieder einmal einig.

 

Die Harzburg

Kommen wir nun, vorerst, zum letzten Thema. Die Harzburg. Wir wissen nicht, was wir noch alle ertragen müssen, aber die Diskussion alleine schon über den Bau, von diesem an Häßlichkeit kaum zu überbietendem Beton-Turm, in einer Teils noch historisch bedeutenden Stadt, schlägt „dem Faß den Boden“ aus.

Historisch betrachtet, wurde mehrfach unsere Wehrfeste, für Goslars Heinrich'se, geschliffen. Alle Bewohner Alt-Schulenrodes (des heutigen Krodo-Tals), von Sachsen, aus Wut über die Uneinnehmbarkeit getötet.

 

Wir finden, dieses Schicksal sollte unserer Burgruine erspart bleiben. Was stimmt eigentlich bei denen nicht? Die Bestandteile unserer Burg über ganz Bad Harzburg verteilt, fristet die Burg als Mahnmal über die Unsinnigkeit von Kriegen, ein würdiges Dasein auf dem Burgberg – und so sollte es auch bleiben.

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